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Willkommen

unser Helferkreis Asyl möchte Flüchtlinge, die in unsere Gemeinde kommen, unterstützen.

Dazu begleiten wir sie z.B. auf Behörden und bei Arztbesuchen, beim Einkaufen oder bei der Kontaktaufnahme zu den örtlichen Vereinen.

Wir organisieren Sprachkurse, helfen bei der Arbeitssuche, vermitteln Sachspenden, ...

Wir sind der Überzeugung, dass sowohl die Flüchtlinge als auch unsere Gemeinde davon profitieren, wenn wir dabei helfen können, möglichst frühzeitig ein harmonisches Miteinander aufzubauen. Dabei sind wir auf die Unterstützung der Flüchtlinge, der Einwohner, der Gemeindeverwaltung, der Kirchengemeinden, der örtlichen Vereine, usw. angewiesen. Nur gemeinsam können wir diese vielfältigen, interessanten und wichtigen Aufgaben erfüllen.

Inzwischen haben wir festgestellt, dass folgende Faktoren die Integration der Flüchtlinge in unserer Gemeinde positiv beeinflussen:

  • Platz
    im Wohncontainer, um den Wohncontainer herum, Mobilität durch Fahrräder etc.
  • Positive persönliche Beziehungen
    beginnend unmittelbar bei der Ankunft
  • Positive persönliche Perspektive      
    Anerkennung als Flüchtling, Kurse, sinnvolle Tätigkeiten, Familiennachzug, eigene Wohnung, ...

Eine Übersicht über Helferkreise in Baden-Württemberg finden sie hier. Bitte beachten sie dazu die Hinweise in unserem Impressum.

Blog

Unser Blog enthält Einträge zu zeitlichen Ereignissen in unserem Helferkreis.
Wer wissen möchte was wann passierte oder passieren wird, ist hier genau richtig.

Zeitlose Themen und Hilfestellungen finden Sie eher als Wiki-Artikel im linken Menü.

Die letzten 10 Blog Einträge

Alle bisherigen Blog-Einträge können Sie über folgenden Link erreichen: Blog 

Laut Wikipedia ist ein Container ein "Großraumbehälter zur (...) Lagerung von Gütern". Er kann aber auch "für die verschiedensten Nutzungen angepasst und voreingerichtet werden", zum Beispiel als Wohncontainer, Bürocontainer oder Schulcontainer. Dazu werden sie in der Regel isoliert, mit Türen und Fenstern versehen und innen ausgestattet. So können sie als Aufenthaltsraum für Menschen dienen."

Der Container, der im Sommer 2015 am Ortsausgang von Mochenwangen Richtung Wolpertswende aufgestellt wurde, ist ein Wohncontainer mit acht Zimmern mit je 13,5 qm für drei Personen, einer Küche, zwei Wasch- und Toilettenräumen und einem weiteren Zimmer als Aufenthaltsraum.
2015
Es war das Jahr einer in dieser Dimension nicht gekannten Flüchtlingsbewegung, die nicht nur Deutschland vor immense Aufgaben gestellt hat. Städte und Gemeinden rüsteten Hallen zu Notunterkünften um oder stellten im Eiltempo Wohncontainer auf. In Mochenwangen zogen am 17. September 2015, also vor fast genau zwei Jahren, 24 syrische Männer in den neu erstellten Container ein. Für eine große Gruppe ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen war es ein aufregender und ein wenig beklemmender Vormittag, als sie auf den Bus warteten, der die Flüchtlinge bringen sollte. In der Rück-Erinnerung bleibt das Bild von Männern, die teils scheu, teils neugierig ihr neues Zuhause und uns musterten, uns die Hand zur Begrüßung reichten, kein Wort Deutsch konnten, und dann ihr Hab und Gut in blauen Plastiksäcken in den Zimmern des Containers verteilten. Jeweils drei Personen teilten sich ein Zimmer.
Der Container hat –könnte er erzählen- viele traurige, aber auch fröhlich-ausgelassene Situationen erlebt. Heimweh, körperliche und seelische Beschwerden, die Angst um Angehörige, die Nachricht von Todesfällen raubten vielen nachts den Schlaf. Anlässe wie Nikolaus, Feste wie Weihnachten und Silvester, aber auch Fasnacht oder kleine Partys brachten hingegen Ablenkung und Abwechslung ins Warten auf den Aufenthaltsstatus oder den Integrationskurs oder einfach auf die Zukunft. Auch Besucher waren immer willkommen.
2016
Die ersten zogen nach dem Erhalt ihrer Aufenthaltsgenehmigung aus dem Container aus und innerhalb Mochenwangens um oder auch ganz woanders hin. Neue, diesmal sehr junge syrische Flüchtlinge belegten den Container. Diesmal war die Begrüßung ganz locker. Die bisherigen Bewohner empfingen die Neuen mit einem arabischen Essen und der Bann war schnell gebrochen. Auch als im Frühjahr 2016 sechs irakische Flüchtlinge zu den Syrern in den Container verlegt wurden, nachdem allerorts Notunterkünfte und Hallen wieder geräumt wurden, ging alles gut und es gab keine wirklichen Probleme.
2017
Am vergangenen Wochenende sind die letzten verbliebenen Bewohner aus dem Container ausgezogen. Ein gemeinschaftliches Putzen und Aufräumen beendete eine zweijährige Ära. Nie gab es in dieser Zeit Ärger, abgesehen vielleicht von leichter Ruhestörung in den Sommermonaten oder während Ramadan, wenn die Flüchtlinge sich spätabends zum Fastenbrechen getroffen haben. Stattdessen kann man im Ort auf sympathische junge Menschen treffen oder auf ganze Familien.
Rund siebzig Flüchtlinge leben seit 2015 in der Gemeinde, darunter 22 Einzelpersonen und zehn Familien mit insgesamt 48 Personen. Alle sind bemüht sich zu integrieren, was man schon daran merkt, dass es mit der Verständigung immer besser klappt! Die Meisten haben schon ihren Deutsch- und Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen, manche haben schon einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz in unserer Gemeinde oder der Umgebung gefunden. Einige haben schon den Führerschein gemacht und haben sich von ihrem Lohn ihr erstes Auto gekauft.
Bericht: Monika Wolf-Schuler & Gerhard Lormes

 

 

Ein (fast) normales Leben

Für viele unserer Flüchtlinge hier in der Gemeinde ist inzwischen der normale Alltag eingekehrt. Natürlich ist es noch nicht ganz der deutsche Alltag mit Arbeit und selbst verdientem Geld. Doch für manche gilt auch das schon. Für andere ist es der Besuch eines Deutschkurses mit dem Erlernen der Sprache. Für andere ist es zusätzlich das Warten auf den Wink des Schicksals, der ein Arbeitsangebot enthält.

Für alle ohne Ausnahme gilt: sie wollen arbeiten oder eine Ausbildung machen, jedenfalls irgendwann eigenes Geld verdienen, um unabhängig vom Jobcenter und staatlicher Unterstützung zu werden.

Der Traum vom Führerschein: Eine Motivation in diese Richtung ist unter anderem auch der Wunsch den Führerschein zu machen bzw. den bereits vorhandenen syrischen oder irakischen umschreiben zu lassen. Dass das die Chancen auf einen Arbeitsplatz verbessert, wissen alle. Ein schon vorhandener Führerschein wird zuerst vom LRA geprüft und danach in der Regel zur Umschreibung zugelassen. Das bedeutet, dass der Bewerber einen Sehtest machen lässt und einen Erste Hilfe Kurs absolviert. Dann lernt er die Fragen für die theoretische Prüfung, wobei es den Fragenkatalog auch in arabischer Sprache gibt. Nach bestandener theoretischer Prüfung muss er ein paar Pflicht-Fahrstunden absolvieren, ehe er die Fahrprüfung machen kann, Irgendwann ist er dann stolzer Besitzer einer deutschen Fahrerlaubnis! Anders sieht es aus, wenn man im Heimatland noch keinen Führerschein gemacht hat. Dann wird es so schnell nichts mit dem deutschen, denn der ist erstmal unerschwinglich teuer.

Ausbildungs- und Arbeitsplatz: Die erlösende Nachricht nach langen bangen Wartemonaten, dass es mit dem Ausbildungsplatz bei einem großen Autohaus in Weingarten geklappt hat, brachte dem Bewerber viele Glückwünsche ein. Mancher Gratulant war trotz ehrlicher Mitfreude insgeheim sicher auch ein bisschen neidisch.

Zum gleichen Zeitpunkt erhielt ein anderer einen Arbeitsvertrag mit einer Vollzeitstelle bei einer Firma in unserer Gemeinde mit der Option auf einen Ausbildungsplatz im nächsten Herbst. Beide jungen Männer sind sich einig, dass sie auf diese Weise ihr Deutsch schnell verbessern werden und dass sie froh und dankbar sind ob der Chance, die sich ihnen da bietet.

Wieder ein anderer bereitet sich derzeit in einer mehrere Monate dauernden Fortbildung auf seine Approbation als Apotheker vor. Er bringt ein abgeschlossenes Pharmazie-Studium mit und kann hier aber erst in seinem Beruf arbeiten, wenn er die Fachsprache erlernt und eine Prüfung dazu abgelegt hat.

Deutsche Sprache – schwere Sprache: Am wenigsten einfach scheint in dieser Hinsicht die Lage für die Familienväter zu sein. Sie haben monatelang auf die Ankunft ihrer Familien hingefiebert. Wenn dann der entscheidende Tag naht, werden sie sehr nervös, denn es treiben sie im Vorfeld viele Fragen um: Werden sich Frau und Kinder in der neuen Umgebung und der neuen Kultur zurechtfinden bzw. das finden, was sie erwartet haben? Werden sie sich alle wieder aneinander gewöhnen können nach der langen Trennungszeit? Darüber ist ihr Kopf zu voll, um sich deutsche Vokabeln zu merken oder konzentriert zu lernen. Wenn dann die Familie schließlich vereint ist, sind sie mit allem so beschäftigt, dass das Deutsch lernen wieder zu kurz kommt. Und in der Familie versteht man sich bestens auf arabisch, kurdisch oder türkisch. So kommt es, dass die Mehrzahl der Familienväter es immer noch schwer hat mit dem Deutschen, was für die Arbeitssuche ein Handicap ist, aber auch für die Verständigung ganz allgemein mit den Lehrern, Erzieherinnen, beim Gang auf die Ämter oder zum Arzt. Da ist der Weg ins „normale Leben“ noch mit Steinen in Form von Vokabeln und Grammatik gepflastert. Doch der gute Wille ist bei allen spürbar, es wird Geduld brauchen.

In diesen Tagen findet die letzte der angekündigten Familienzusammenführungen statt. Dann gibt es in der Gemeinde neun syrische Flüchtlingsfamilien, außerdem eine serbische und eine mazedonische; fünf Familien wohnen in Mochenwangen und sechs in Wolpertswende. Zudem gibt es noch etwa 20 Einzelpersonen, die in vier verschiedenen WGs zusammenleben. In absehbarer Zeit wird dann auch der Container verwaist sein.

Bericht: Monika Wolf-Schuler, Mitteilungsblatt Juli 2017

Lebenszeichen

An den zeitlichen Abständen zwischen den Berichten lässt sich ablesen, wie „normal“ die Flüchtlingssituation in unserer Gemeinde geworden ist; wie wenig Neues es daher zu berichten gibt. Es ist zu hoffen, dass auch der letzte Zweifler merkt, dass zumindest hier bei uns von den Flüchtlingen keine Gefahr ausgeht; dass die arabischen jungen Männer freundlich, höflich und zurückhaltend und niemals übergriffig sind.

Dass sie allerdings gern mit deutschen jungen Leuten in Kontakt kämen, sagen sie immer wieder. Sie würden gern mehr Deutsch reden und sie wüssten gern, wie junge Deutsche ihren Alltag organisieren oder ihre Freizeit verbringen. Gesprächsthemen gäbe es sich genug.

Auch eine gute Möglichkeit ihr Deutsch zu verbessern wäre der Einstieg ins Berufsleben. Dass das aber gar nicht leicht ist, belegen die Zahlen. Von den gut 30 in Frage kommenden Flüchtlingen hier in der Gemeinde haben gerade mal fünf eine Arbeit gefunden: zwei in einem Vollzeitjob, zwei mit einer Teilzeitbeschäftigung und einer macht ein Praktikum. Das Erfreuliche daran ist, dass alle Arbeitsstellen in Mochenwangen sind, d.h. Wohnort nah, was das Verkehrstechnische angeht. Der Wehrmutstropfen ist, dass kein Ausbildungsplatz darunter ist. Daher an dieser Stelle die Bitte bzw. der Appell an Arbeitgeber aus allen Branchen, wohlwollend zu prüfen, ob sie nicht jemandem die Chance zu einer Ausbildung geben könnten oder jemanden zur Unterstützung ihrer Arbeit bräuchten.

Manche der Flüchtlinge besitzen einen syrischen oder irakischen Führerschein, den sie hier umschreiben lassen können, sobald sie eine theoretische Prüfung und ein paar PflichtFahrstunden absolviert haben, sowie einen Sehtest und einen Erste-Hilfe-Kurs. Die Kosten dafür würden sie sich gern durch einen Minijob, eine Teil- oder auch Vollzeitarbeit verdienen.

Für die Kinder in den Flüchtlingsfamilien ist das alles noch kein Thema. Sie haben das große Glück, im Kindergarten oder in der Schule ihre Erfahrungen mit einheimischen Kindern, der deutschen Sprache und unseren Gepflogenheiten zu machen. Entsprechend gut können manche schon Deutsch.

Die Jungs spielen -Dank der Bereitschaft des Fußballvereins- im Verein, trainieren mit anderen Kindern zusammen und lernen dabei nicht nur Fußball spielen, sondern auch allerlei Regeln, so z.B. dass man pünktlich und regelmäßig zum Training kommt, auch dann wenn das Wetter einmal nicht so gut ist! All das trägt zu einer gelingenden Integration bei.

Bericht: Monika Wolf-Schule, Mitteilungsblatt April 2017

Zum zweiten Jahreswechsel, den manche unserer Flüchtlinge schon in der Gemeinde verbringen, haben sie uns WhatsAppGrüße geschickt mit kleinen Silvestervideos oder selbst verfassten guten Wünschen. An solch besonderen Tagen beschäftigt sie der Gedanke an die Familie, an die Heimat noch mehr als sonst. Wir sind dann ein bisschen Ersatzfamilie, vermitteln ein klein wenig Heimatgefühl und vor allem die Gewissheit, nicht allein im fremden Land zu sein.

Gleichzeitig merken wir, dass sie flügge werden, dass sie sich zunehmend allein zurechtfinden und selbständig organisieren können. So waren einige über Weihnachten verreist, haben Freunde besucht oder Familienangehörige in Essen, Hamburg, Düsseldorf... Sie scheuen die weiten Reisen nicht und kommen dabei auch gut zurecht.

Derzeit leben acht Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde, vier in Wolpertswende und vier in Mochenwangen. Dazu kommen zwölf Einzelpersonen, verteilt auf die beiden Wohnungen in der Anschlussunterbringung der Gemeinde und 16 Flüchtlinge, die im Container wohnen.

Wenn man seinen Aufenthaltsstatus durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bekommen hat, darf man nur noch eine gewisse Zeit im Container bleiben. Einige von ihnen haben bereits eine Aufforderung vom Landratsamt erhalten, dass sie dort ausziehen müssen.

Da die Gemeinde keine weiteren Räumlichkeiten für die Anschlussunterbringung mehr anmieten möchte, müssen sich die Flüchtlinge nach einer Bleibe auf dem freien Markt umschauen. Die Aussichten, eine Wohnung zu finden, sind nicht rosig. Wenn es ihnen nicht gelingt, dann werden sie über kurz oder lang anderen Gemeinden, wo es freie Plätze in einer Anschlussunterbringung gibt, zugewiesen.

Wünsche und Hoffnungen der Flüchtlinge unterscheiden sich nicht sehr voneinander. In erster Linie wünschen sie sich, dass endlich der Krieg in ihren Ländern ein Ende hat. Manche träumen von einer Rückkehr ins Heimatland und von einem Leben in Frieden dort. Andere möchten hier bleiben, eine Ausbildung machen, etwas lernen. Letztlich möchten aber alle etwas tun, Arbeit finden, ihr Studiumwieder aufnehmen, sich weiterbilden.

Die ersten haben ihre Integrationskurse abgeschlossen und wissen jetzt nicht so recht, wie es weiter geht. Man hat den Eindruck, dass es die Ämter auch (noch) nicht so genau wissen, denn die Motivation seitens der Flüchtlinge wäre da und der Arbeitsmarkt könnte sie auch brauchen. Und doch stagniert das Ganze. Ein syrischer Flüchtling wartet jetzt z.B. schon seit fast vier Monaten auf die Antwort eines großen Autohauses, bei dem er sich um einen Ausbildungsplatz beworben hat.

Andererseits haben inzwischen schon eine ganze Reihe von Flüchtlingen Arbeitsplätze gefunden, auch in Ravensburg und Weingarten. Allein in Mochenwangen arbeiten bereits vier in Teil- oder Vollzeit. Besonders freuen wir uns über die positiven Rückmeldungen ihrer Arbeitgeber!!

Der erste "unserer" Flüchtlinge hat soeben seinen Führerschein gemacht: 0 Fehler in der theoretischen Prüfung, 0 Fehler in der praktischen Prüfung und ein dickes Lob des Prüfers und des Fahrlehrers zum Abschluss!

Auch eine Wohnung zu finden, ist ein zentraler Wunsch. Niemand von denen, die aus dem Container ausziehen müssen, möchte noch einmal in eine andere Gemeinschaftsunterbringung; irgendwohin, wo er wieder fremd ist. Durch die neue Regelung der Wohnsitzauflage müssen Flüchtlinge im Landkreis Ravensburg bleiben und können nur unter bestimmten Voraussetzungen zu Verwandten oder Familienangehörigen in andere Landkreise oder andere Bundesländer umziehen. Voraussetzungen dazu sind ein reguläres Arbeitsverhältnis oder ein Studien- oder Ausbildungsplatz und eine Wohnung; lauter Dinge, die – wie bereits erwähnt - nicht gerade leicht zu haben sind.

Was bleibt ist die Hoffnung, die man bekanntlich ja nie aufgeben soll und der Dank an die, die doch eine Wohnung an Flüchtlinge vermieten oder ihnen sonst irgendwie behilflich sind.

Um Unterstützung und Hilfestellung geht es auch bei folgender Bitte: Wir suchen jemanden, gern auch einen Schüler/ eine Schülerin, der zwei syrischen Buben (8 und 11 Jahre alt) mehrmals in der Woche bei den Hausaufgaben hilft. Die beiden sind vor Weihnachten im Rahmen der Familienzusammenführung zu ihrem Vater nach Mochenwangen gekommen, der alleinerziehend mit all den verschiedenen Aufgaben, die da auf ihn zukommen, am Rand der Überforderung ist. (Weitere Auskunft bei Interesse und/oder Fragen: Tel. 07502-2669)

Text: Monika Wolf-Schuler/Gerhard Lormes

Schon ein Jahr

Vorbemerkung von Gerhard Lormes: Dieser Beitrag ist eigentlich von Monika Wolf-Schuler und wird irrtümlicher Weise erst jetzt an dieser Stelle veröffentlicht!

Am 17. September 2015 kamen die ersten 24 syrischen Flüchtlinge nach Mochenwangen.

Zwei Monate zuvor waren bereits Familien aus Serbien bzw. aus Mazedonien hierher verlegt worden.

Zum Jahrestag hat der Helferkreis zusammen mit den Flüchtlingen ein Fest veranstaltet. Ismail, einer der Syrer, hat in gutem Deutsch eine kleine Rede gehalten und dem Helferkreis gedankt für die Unterstützung und Begleitung und Hilfe bei vielen Dingen, mit denen sie im Laufe des vergangenen Jahres konfrontiert waren.

Aber auch uns hat das Jahr vielfältig bereichert. So hatten wir viele Möglichkeiten liebenswerte Menschen aus einem uns fremden Land und Kulturkreis kennen- und schätzen zu lernen.

 

                                           

Es war eine freundschaftlich lockere Atmosphäre, die zeigt, wie gut das Miteinander funktioniert.

Auch die nachgezogenen Familien einzelner Syrer waren dabei, darunter viele Kinder.  Mit ihnen herum zu albern und zu spielen macht vor allem den jungen Syrern viel Freude, erinnert es sie doch an ihre eigenen Familienmitglieder, die noch im kriegsumkämpften Syrien leben oder in den Lagern im Libanon oder der Türkei.

Mit einer bunten Bilderschau haben wir das vergangene Jahr Revue passieren lassen. Dabei gab es viel Gelächter ob der Schnappschüsse im Container, bei Dorffesten und anderen Aktionen.

Erwachsener und reifer sind die jungen Männer geworden, grauer und älter die Älteren. Offenbar ist das Leben in Deutschland zwar sicher und ohne Gefährdung, aber es bleibt das Heimweh, die Sehnsucht nach der Familie, die Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft. Wer Arbeit hat, erträgt das besser; wer bereits alleine wohnt, ist ein Glückspilz - beides kommt (noch) nicht so oft vor.

Und bleibt der Helferkreis Anlaufstelle für Vieles: Familienersatz, Kontaktbörse, Helfer in der Not...

Wie kriege ich einen Job? Das ist das Hauptthema bei den Flüchtlingen in unserer Gemeinde!

Viele möchten möglichst schnell - eventuell nur stundenweise neben der Schule - einen Job finden. Vor allem, um das, was sie im Deutschunterricht lernen, praktisch anwenden zu können.Damit haben die, die schon einen Job haben, gute Erfahrungen gemacht. Sie meinen, sie lernen in einem Job schneller Deutsch als in der Schule.

Aber: der Weg in einen Job ist in Deutschland sehr kompliziert! Fragen über Fragen:

  • Was ist ein 450€-Job?
  • Was hat es mit dem Mindestlohnauf sich?
  • Wer darf in einem 1€-Job arbeiten?
  • Werden Schul- oder Studienabschlüsse anerkannt?
  • Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Ausbildung oder ein Studium in Deutschland?
  • Wovon lebt man während einer Ausbildung oder einem Studium?
  • Welche Abzüge vom Lohn gibt es? Wie hoch sind sie?
  • Welche Berufe sind gefragt?
  • Kann man auch ohne Ausbildung oder Studium arbeiten?
  • etc.

Für diese Fragen hatten wir einen kompetenten Ansprechpartner ins Womo (ehemaliges Jugendheim) eingeladen, der selber als Flüchtling aus dem Libanon kommt,  eigene Erfahrungen hat, nun als Krankenpfleger arbeitet und vor allem Arabisch spricht! Er hatte sich ehrenamtlich für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt!

Die gut besuchte Veranstaltung war ein voller Erfolg! Viele Fragen, Diskussionen, ... , wovon wir allerdings kein Wort verstanden!

Auch bei Katrin, der für Flüchtlinge zuständigen Sozialarbeiterin in unserer Gemeinde, haben sich die Anwesenden anschließend bedankt! Vor allem sie hatte die Veranstaltung vorbereitet.

 

 

Dabei sein ist alles, auch beim Seilziehen gegen bärenstarke Feuerwehrmänner!

Lagebesprechung 

letzte Anweisungen

gleich wird´s ernst
   
 

die Fan-Gemeinde   

   zwar verloren, doch gefeiert wird trotzdem! 

Mochenwangen bietet doch ganz schön viel Abwechslung

Tolle Elfmeterschützen!

Sonntagsspaß im Felsenbädle

 

 

 

Endlich Arbeit

Seit gut vier Wochen arbeiten zwei unserer jungen Syrer in einem holzverarbeitenden Betrieb in Mochenwangen. Sie sind hoch motiviert. Dass der Chef mit ihnen zufrieden ist, ist ihnen ganz besonders wichtig.       

Die Pause gehört auch dazu!

 

Für andere ist es hingegen gar nicht leicht Arbeit zu finden. Obwohl inzwischen viele einen tollen Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben vorlegen können, sind die Rückmeldungen auf eine Bewerbung mehr als spärlich. Woran es liegt?

Im Winter laufen die ersten Integrationskurse aus, dann zeigt sich zum einen, wer fleißig war und Deutsch gelernt hat, zum andern, wer sich schon Gedanken gemacht hat, in welche Richtung sein Leben hier in Deutschland gehen soll: welche Art der Arbeit ihm Spaß machen würde und was davon realistisch umsetzbar ist.

Noch ist Zeit bis dahin, doch man spürt, dass viele nach einem Jahr ohne Arbeit sehr gern wieder arbeiten würden. Vor allem sind es die, die auch in Syrien jede Art von Arbeit angenommen haben und es sehr bedauern, dass das bei uns so gar nicht geht!

 

Einladung zum Essen

Mit einem leckeren syrischen Essen wollte uns eine Gruppe syrischer Asybewerber aus dem Container Danke sagen für unsere vielfältige Unterstützung.

Es war eine Premiere, dass das Essen im WoMo stattfand, wo es auch zubereitet worden war.

 

Und auch dass Pfarrer Pappelau an diesem Abend dabei war, war eine Besonderheit. 

Es war ein Festessen in lockerer Atmosphäre bei interessanten Gesprächen.

 

Weitere Blog-Einträge finden Sie hier: Blog 


Bild-Autor: Gerhard Tempel

Termine

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